Wichtig für Ihren Erfolg – Der Businessplan

„Ja mach nur einen Plan!“, höhnt Bertold Brecht in der Dreigroschenoper, „Sei nur
ein großes Licht!/Und mach dann noch ’nen zweiten Plan/Geh’n tun sie beide nicht“.
Schon möglich, dass man mit dem tollen Businessplan, mit dem man sich wie ein
zweiter Bill Gates in der Garage vorkam, auf dem Markt Schiffbruch erleidet. Achtzig
Prozent aller Businesspläne, sagen Experten, sind unbrauchbar oder fehlerhaft. Und
selbst wer alles genau durchgeplant hat, kann immer unsanft auf dem harten Boden
der Realität landen.

Aber ohne Businessplan geht es eben auch nicht. Niemand bekommt etwas geschenkt,
schon gar nicht von der Bank. Darlehensgeber, Banken und Förderstellen
wollen wissen, wem und wofür sie Kredite und Zuschüsse geben. Aber auch dem
angehenden Gründer schadet es meistens nicht, wenn er die Super-Geschäftsidee,
mit der er den Markt im Handstreich erobern will, erst einmal klar, präzise und auch
für Außenstehende nachvollziehbar zu formulieren versucht. Oft sind die Startup-
Unternehmer so von ihrer genialen technischen Innovation (oder ihrer eigenen
Person) überzeugt, dass sie solide Finanzierungspläne für lästige Schikanen halten.
Aber auch das tollste Produkt verkauft sich nicht von allein: Wer Erfolg haben will,
muss sich in seine Kunden hineindenken können, zur rechten Zeit am richtigen Ort
sein – und als erstes einen solide durchgerechneten Businessplan vorlegen. Natürlich
kann man sich seine Chancen immer schön reden, die Zahlen schön rechnen
und den Lebenslauf frisieren. Aber Banken können sehr wohl zwischen einem solide
durchkalkulierten, seriös und schlüssig begründeten Businessplan und dem Werbeprospekt
eines Selbstdarstellers unterscheiden.

Der Businessplan ist das Gesellenstück des Existenzgründers: Hier darf und muss
er schon mal zeigen, dass er kaufmännisch und strategisch denken, organisieren,
planen und überzeugen, mit einem Wort: ein Unternehmen führen kann.

Was ist ein Businessplan?
Ein Businessplan ist die klar strukturierte, kurze und prägnante Darstellung einer
Geschäftsidee sowie der Weg und das Mittel, mit denen man diese auf dem Markt
durchsetzen will. Seine Adressaten sind in der Regel Banken, Geldgeber, Förderinstitutionen
und Behörden, die bei der Existenzgründung ein Wörtchen mitzureden
haben.

 

Was gehört in einen Businessplan?
Jeder Businessplan ist anders, je nach Adressat, Branche, Planungshorizont, Zweck
und Größe des zu gründenden Unternehmens. Im Businessplan eines einzelnen
Existenzgründers oder eines kleineren Unternehmens sollten aber folgende Punkte
auftauchen:

Persönliche Angaben
Lebenslauf, Qualifikationen und Motivationen der Gründerperson(en), Name, Standort,
Rechtsform des geplanten Unternehmens.

Geschäftsidee
Beschreiben Sie das Alleinstellungsmerkmal Ihres Produkts oder Ihrer Dienstleistung:
Was kann ich, was andere nicht können? Ihre Geschäftsidee muss einen besonderen
Nutzen für den Kunden haben, ein Extra, das Sie von allen Mitbewerbern
unterscheidet.

Marketing
Erstellen Sie eine kleine Marktanalyse: Wo finde ich meine Kunden, wie will ich die
Zielgruppe ansprechen? Was macht die Konkurrenz? Wie wollen Sie Ihr Produkt auf
dem Markt durchsetzen (Preis- und Absatzstrategien, Vertriebskonzept, Werbung)?

Betriebsausgaben
Stellen Sie einen Plan Ihrer Startausgaben (Beratungs- und Anmeldekosten, Anlage-
und Umlaufvermögen, Kredite, Zinsen etc.) auf. Kalkulieren Sie auch die Kosten
Ihrer privaten Lebensführung mit ein.

 

Umsatzplan
Stellen Sie Kosten, Umsätze und Erträge nebeneinander. Zeigen Sie, welche Umsätze
Sie mit welchen Produkten oder Kunden machen wollen. Die Zahlen müssen in
sich konsistent und realistisch sein. Banken rechnen mit kalkulierten Risiken: Mit
einem Worst-Case-Szenario können Sie unter Umständen mehr Punkte machen als
mit grundlosem Optimismus.

Finanzierungkonzept
Ermitteln Sie aus der Differenz zwischen Betriebsausgaben und -einnahmen Ihren
Kapital- und Finanzbedarf. Wieviel Eigenkapital können Sie aufbringen, wie viele
Kredite müssen Sie aufnehmen? Kalkulieren Sie auch Reserven für Anlaufschwierigkeiten,
unvorhergesehene Ausgaben und Durststrecken ein.

Liquiditäts- und Rentabilitätsvorschau
Höhe- und Knackpunkt jedes Businessplans: Hier zeigt sich, ob der Existenzgründer
nicht nur eine gute Geschäftsidee, sondern auch die Kompetenz für ihre Realisierung
hat. Er muss zeigen können, dass sich sein Unternehmen – auch im Vergleich
mit anderen Branchenkennziffern – mittel- und langfristig rechnet.
Sie können Ihren Businessplan nach Belieben mit Anlagen (Lebensläufe, Vertragsentwürfe,
technische Unterlagen, Gutachten, Fotos etc.) komplettieren. Wichtiger
als wenig aussagekräftige Beilagen und Illustrationen ist aber das überzeugende
Konzept. Zwanzig oder dreißig gut lesbare, auch optisch ansprechende Seiten mit
harten Fakten und Zahlen zählen mehr als ein dickes Buch mit weitschweifigen
Absichtserklärungen und bunten Tortendiagrammen. Die lokalen Handwerks- , Industrie-
und Handelskammern sind in der Regel die erste Anlaufstelle für Existenzgründer.
Sie helfen bei Recherchen und Marktanalysen und prüfen Ihren Businessplan
auf seine Konsistenz und Tragfähigkeit. Lexware bietet jetzt in Zusammenarbeit mit
der IHK Südlicher Oberrhein und der Handwerkskammer Freiburg ein kostenloses
Online-Tool an, mit dem man schrittweise und interaktiv seinen eigenen Businessplan
erstellen kann. Unter www.lexware-existenzgruender.de finden Sie alles, was
man für einen erfolgreichen Businessplan braucht: Module für Kapitalbedarfs- und
Gewinnberechnungen, Markt- und Risikoanalysen, Platz für das Firmenlogo und ein
Gründer-ABC mit den wichtigsten Grundbegriffen.

 

Quelle: Gründung & Franchising 2007/2008; Erfolgreich Selbstständig; BusinessVillage Verlag; ISBN-13:978-3-938358-65-8