Erfolgsfaktoren für den Gründungsstart
1. Erfolgsfaktor: Formulieren Sie Ihre Unternehmensziele
Für jedes Unternehmen, insbesondere jedoch für jedes neue Unternehmen, ist es
wichtig, Ziele und Teilziele zu formulieren und festzulegen. Sinnvoll ist es, diese
Ziele schriftlich zu formulieren, damit sie nicht in Vergessenheit geraten. Eine
Prioritätenliste nach kurz-, mittel- und langfristigen Zielen hilft, die anstehenden
Aufgaben zu systematisieren, zu ordnen und zu kontrollieren. Machen Sie jedoch
nicht den Fehler, die Teilziele so fein herauszuarbeiten, dass Sie unflexibel und
unelastisch eingeengt werden und nur noch schwer auf Veränderungen reagieren
können. In der Betriebspraxis sollten Ziele immer nur Orientierungshilfen sein, die
bei Bedarf jederzeit neu der Situation angepasst werden können. Die Realität macht
so manchen Plan zunichte.
2. Erfolgfaktor: Finden Sie Ihre optimale Unternehmensgröße
Wenn Sie ein neues Unternehmen gründen, fangen Sie in der Regel klein an. Das
heißt jedoch nicht, dass Sie sich in Ihrem Denken und Verhalten auch klein machen
sollten. Seien Sie von Ihren Ideen überzeugt, denn Sie wollen ja auch expandieren und eventuell sogar in eine mittlere Unternehmensgröße hineinwachsen.
Zu viel Bescheidenheit ist in einem konkurrenz-orientierten Markt eine nicht sonderlich
erfolgversprechende Eigenschaft. Versuchen Sie die Organisation und Ihr
finanzielles Engagement der Unternehmensgröße anzupassen. Zu große Sprünge,
insbesondere während der Aufbauphase, schließen immer das Risiko mit ein, die
Balance zwischen Sicherheit und Risiko zu verlieren. Auch persönliche Eitelkeiten,
als besonders dynamisch und risikobereit zu gelten, bergen immer die Gefahr, die
Realität aus den Augen zu verlieren. Organisch gewachsene Organisationen haben
oftmals einen langfristigen Bestand gegenüber Unternehmen, die kurzfristig „alles
auf eine Karte setzen“ und damit die Bodenhaftung verlieren können. Der „Neue
Markt“ mit den vielen neu gegründeten IT-Unternehmen Ende der neunziger Jahre
ist sicherlich ein nicht nachahmenswertes Beispiel, wie Unternehmen, die sehr
schnell wachsen und damit auch viel Geld „verbrennen“, genau so schnell wieder
aus dem Markt verschwinden. Denken Sie daran, dass Sie auch viele Fehler während
der Aufbauphase machen werden; Sie zahlen weniger „Lehrgeld“ wenn Sie Step by
Step Ihr Unternehmen „organisch“ wachsen lassen. Kleine finanzielle Flops können
dann auch leichter verkraftet werden. Fehler werden insbesondere während
der Gründungs- und Aufbauphase häufig gemacht. Daraus kann man lernen und es
danach besser machen. Zukünftig werden die Banken genauer prüfen, wenn Kreditanfragen
kommen, denn die neuen Eigenkapitalrichtlinien nach Basel II haben den
Banken in Bezug auf Unternehmensbonitätsprüfung und Kreditwürdigkeitsprüfung
klare Vorgaben gesetzt, wenn es um die Kreditvergabe geht.
3. Erfolgsfaktor: Vergessen Sie niemals Ihre Kunden
Vergessen Sie niemals: Kunden sind Ihr wichtigstes Kapital. Sie sollten immer bei
Ihren Überlegungen im Mittelpunkt stehen. Ausgefeilte Marketingstrategien und
vor allem ein gut funktionierender Kundenservice sind heute wesentliche Voraussetzungen,
um im Markt erfolgreich agieren zu können. Der systematischen Kundenpflege
gehört die Zukunft. Deshalb sollten Sie Ihre Mitarbeiter auf die Erwartungen
des immer selbstbewusster auftretenden Kunden beziehungsweise Verbrauchers einschwören. Das kundenorientierte Verhalten aller Mitarbeiter muss Grundlage werden
für die langfristige Beziehung zum Kunden. Kurzfristige Gewinnaspekte sollten in
den Hintergrund treten.
4. Erfolgsfaktor: Fördern und fordern Sie Ihre Mitarbeiter
Der Mitarbeiter wird immer mehr zum wertvollsten Kapital des Unternehmens.
Teambildung von gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeitern ist eine der wichtigsten
Aufgaben unternehmerischer Tätigkeit. Anforderungen und Aufgaben, die
an die Mitarbeiter gestellt werden, werden immer komplexer und anspruchsvoller.
Dies trifft auf fast alle Branchen zu. Die betriebliche Weiterbildung wird immer
wichtiger, um den Anforderungen gerecht zu werden, die zum Beispiel neue Techniken
wie E-Commerce via Internet verlangen. Die Märkte verändern sich rasant und
damit auch die qualitativen Anforderungen, die an die Mitarbeiter, aber auch an den
Unternehmer, gestellt werden. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Personal den beruflichen
Erfordernissen entsprechend weitergebildet wird, damit Sie auch langfristig durch
engagierte und motivierte Mitarbeiter am Markt erfolgreich agieren können. Natürlich
sollten Sie auch Ihre eigene Weiterbildung nicht vernachlässigen.
5. Erfolgsfaktor: Schaffen Sie ein einheitliches Firmenbild
Unter Firmenimage versteht man ein einheitliches Erscheinungsbild eines Unternehmens.
Unter diesem einheitlichen Erscheinungsbild tritt es nach außen hin in
Erscheinung. Mit einem einheitlichen, unverwechselbaren Stil, gepaart mit einem
einprägsamen Firmensignet signalisieren Sie dem Kunden ein abgerundetes Firmenimage,
um so Vertrauen in die Produkte beziehungsweise Dienstleistungen des
Unternehmens zu schaffen. Das Firmenlogo sollten Sie in allen Marketing- und
Werbemaßnahmen konsequent einsetzen. Im Sinne der „Coporate Identity“ sollte
das Geschäftsdesign sowie Briefbogen und Rechnungsformular einheitlich gestaltet
sein. Das ist durch ein einheitliches Signet und einheitliche Unternehmensfarben
am besten gewährleistet.
6. Erfolgsfaktor: Finden Sie die Balance zwischen Familie und Beruf
Viele Existenzgründer müssen während der Aufbauphase die Balance herstellen
zwischen den Anforderungen, die der Geschäftsaufbau mit sich bringt und den Bedürfnissen
der Familie, die nicht ganz auf den Firmengründer beziehungsweise die
Firmengründerin verzichten will. Dabei gibt es sehr oft familiäre Probleme, wegen des
begrenzten Familienetats und der knappen Zeit, die der Gründer beziehungsweise
die Gründerin für die Familie noch zur Verfügung hat. Insbesondere das kaum noch
stattfindende Familienleben kann zu Konflikten führen, die sich sowohl negativ auf
das Familienleben als auch auf den erfolgreichen Geschäftsaufbau auswirken.
Oftmals muss der Unternehmensgründer seine volle Kraft und Zeit dem Unternehmen
zur Verfügung stellen, um im Wettbewerb bestehen zu können. Besonders während
der Aufbauphase ist ein fast hundertprozentiges Engagement Voraussetzung,
um das Unternehmen im Markt etablieren zu können. Findet der Existenzgründer
nicht die Balance zwischen Familie und Unternehmen, so ist ein Scheitern des Unternehmensaufbaus fast schon vorprogrammiert. Auf der anderen Seite gehen solche
Konflikte auch an Beziehungen im privaten Bereich nicht spurlos vorüber. Sprechen
Sie deshalb noch während der Planungsphase mit allen, die durch die Existenzgründung
betroffen sein werden. Sollten bereits in dieser Phase zukünftige Konflikte
erkennbar sein, so sollten Sie Ihr Vorhaben nochmals überdenken und die Familie
stärker in Ihre Überlegungen mit einbeziehen. Beruflicher Erfolg ist nur dann
sinnvoll, wenn das Umfeld, sprich die Familie, auch einen Nutzen aus der neuen
beruflichen Entwicklung ziehen kann. Eventuell wäre die Aufnahme eines Partners
der „Königsweg“, um Konflikte vermeiden zu können.
Bedenken Sie jedoch, dass die falsche Partnerwahl auch im geschäftlichen Bereich
Krisen auslösen kann, die ebenfalls einen Großteil der seelischen und kreativen
Kraft des Gründers abschöpfen. Der erfolgreiche Geschäftsaufbau ist damit zumindest
gefährdet.
7. Erfolgsfaktor: Bauen Sie Ihr Netzwerk auf
Wenn Sie ein eigenes Unternehmen gründen wollen, lassen Sie sich beraten! Betrachten
Sie Beratung nicht als Nachhilfeunterricht, sondern als Entscheidungshilfe.
Informationsdefizite sind einer der häufigsten Insolvenzursachen. Fragen Sie
erfahrene Berater, die sich in der Branche auskennen, aber auch solche, die Ihnen
flankierend Rat zu steuerlichen und rechtlichen Fragen geben können. Beratung ist
nicht nur in der Phase der Unternehmensgründung wichtig, sondern darüber hinaus
während der ersten Aufbaujahre von besonderer Bedeutung für den langfristigen
Erhalt des eigenen Unternehmens.
Achten Sie jedoch bei aller Unterstützung durch Berater darauf, dass Sie nicht zu
viele Planungsarbeiten abgeben. Sie sollten die wichtigsten Planungspunkte immer
selbst bearbeiten. Die Erstellung eines Businessplans wird heute von fast allen
Geldgebern, ob Kreditinstitut, Beteiligungsgesellschaft oder auch Business-Angels
erwartet. Die Ausarbeitung eines Geschäftsplans sollte immer vom Existenzgründer
selbst durchgeführt werden. Er sollte immer als Chefsache angesehen werden.



